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Was passiert bei Diabetes Typ 2 im Körper ?

Unser Körper benötigt ständig Energie – zum Beispiel für die Muskeln, das Gehirn und die inneren Organe. Eine wichtige Energiequelle ist Glukose, also Traubenzucker.

Glukose entsteht unter anderem bei der Verdauung von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln. Anschließend gelangt sie über den Darm in das Blut. Damit die Glukose aus dem Blut in viele Körperzellen aufgenommen werden kann, benötigt der Körper das Hormon Insulin.

Wie funktioniert die Blutzuckerregelung normalerweise?

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Steigt der Blutzucker nach einer Mahlzeit an, gibt die Bauchspeicheldrüse Insulin ins Blut ab.

Vereinfacht kann man sich Insulin wie ein Signal oder einen Türöffner vorstellen:

  • Das Insulin erreicht die Körperzellen.
  • Es signalisiert den Zellen, Glukose aus dem Blut aufzunehmen.
  • Die Muskeln können die Glukose als Energie nutzen oder speichern.
  • Auch die Leber speichert Glukose und gibt bei Bedarf wieder etwas davon an das Blut ab.
  • Der Blutzuckerspiegel sinkt anschließend wieder.

Der erste Schritt: Die Zellen reagieren schlechter auf Insulin

Bei Diabetes Typ 2 reagieren vor allem die Zellen der Muskeln, der Leber und des Fettgewebes immer weniger empfindlich auf Insulin. Fachleute nennen dies Insulinresistenz.

Das Insulin ist zunächst noch vorhanden. Sein Signal wird von den Zellen jedoch nicht mehr ausreichend beachtet. Dadurch nehmen die Zellen weniger Glukose aus dem Blut auf.

Man kann es sich so vorstellen:

Der Schlüssel ist noch vorhanden, aber das Schloss lässt sich zunehmend schwerer öffnen.

In der Leber führt die verminderte Insulinwirkung außerdem dazu, dass sie weiterhin Glukose an das Blut abgeben kann – obwohl dort bereits genügend oder sogar zu viel Glukose vorhanden ist. Der Blutzuckerspiegel steigt dadurch zusätzlich an.

Der zweite Schritt: Die Bauchspeicheldrüse arbeitet stärker

Die Bauchspeicheldrüse versucht zunächst, die schwächere Wirkung des Insulins auszugleichen. Sie produziert deshalb immer größere Mengen Insulin.

Über eine längere Zeit kann der Blutzuckerspiegel dadurch noch weitgehend im normalen Bereich bleiben. Im Blut befindet sich dann allerdings bereits ungewöhnlich viel Insulin.

Diese Ausgleichsphase kann mehrere Jahre bestehen. Deshalb entwickelt sich Diabetes Typ 2 häufig langsam und bleibt lange unbemerkt.

Der dritte Schritt: Die Insulinproduktion reicht nicht mehr aus

Im weiteren Verlauf können die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse den erhöhten Bedarf nicht mehr ausreichend ausgleichen. Ihre Leistungsfähigkeit nimmt ab.

Nun treffen zwei Probleme aufeinander:

  • Das vorhandene Insulin wirkt schlechter.
  • Gleichzeitig wird im Verhältnis zum Bedarf zu wenig Insulin produziert.

Immer mehr Glukose bleibt deshalb im Blut zurück. Der Blutzuckerspiegel ist dauerhaft erhöht – ein Diabetes Typ 2 ist entstanden.

Was bewirkt der hohe Blutzucker?

Bei stark erhöhtem Blutzucker versuchen die Nieren, einen Teil der überschüssigen Glukose über den Urin auszuscheiden. Dabei geht zusätzlich Wasser verloren.

Mögliche Beschwerden sind deshalb:

  • häufiges Wasserlassen
  • starker Durst
  • Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
  • trockene Haut
  • schlecht heilende Wunden
  • eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen

Viele Menschen haben anfangs jedoch nur leichte oder gar keine Beschwerden. Deshalb wird Diabetes Typ 2 nicht selten zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt.

Warum kann Diabetes langfristig Organe schädigen?

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können über Jahre die großen und kleinen Blutgefäße sowie die Nerven schädigen.

Davon können unter anderem folgende Bereiche betroffen sein:

  • Herz und Gehirn: Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt.
  • Augen: Kleine Blutgefäße der Netzhaut können geschädigt werden.
  • Nieren: Die Filterfunktion der Nieren kann nachlassen.
  • Nerven: Es können Kribbeln, Brennen, Schmerzen oder Taubheitsgefühle entstehen.
  • Beine und Füße: Durchblutungs- und Nervenschäden können dazu führen, dass Verletzungen schlechter bemerkt werden und langsamer heilen.

Solche Folgeerkrankungen sind jedoch nicht unausweichlich. Eine frühzeitige Diagnose, eine passende Behandlung und regelmäßige Kontrolluntersuchungen können das Risiko deutlich verringern.

Kurz zusammengefasst

Bei Diabetes Typ 2 entwickelt sich meist schrittweise ein Ungleichgewicht:

  • Die Körperzellen reagieren schlechter auf Insulin.
  • Die Bauchspeicheldrüse produziert zunächst mehr Insulin.
  • Mit der Zeit reicht die Insulinproduktion nicht mehr aus.
  • Glukose bleibt im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt.
  • Dauerhaft hohe Werte können Blutgefäße, Nerven und verschiedene Organe schädigen.

Merksatz:

Bei Diabetes Typ 2 ist nicht einfach „zu viel Zucker gegessen worden“. Das Zusammenspiel zwischen Insulin, Körperzellen, Bauchspeicheldrüse und Leber funktioniert nicht mehr richtig.

Diabetes Typ 2 entsteht durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren. Dazu können die erbliche Veranlagung, das Lebensalter, die Verteilung des Körperfetts, Bewegungsmangel, Ernährung, bestimmte Medikamente und weitere gesundheitliche Faktoren gehören. Die Erkrankung ist daher nicht allein eine Frage persönlicher Disziplin.


Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Untersuchung oder Behandlung.


Eine Serie von: Arvid Voss, Nutrition- & Livecoach | curaFree openlib, 2026/07/22 15:47

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